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Arterfassungen

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Nachweise von Arten der Scarabaeoidea

Wolfgang Dietrich, Annaberg-Bucholz

Im Beitrag teilt der Autor in Ergänzung zu seinem ersten Bericht (Dietrich 2013) weitere Beobachtungen von Arten der Lucanidae, Geotropidae und Scarabaeidae aus dem Mittleren Erzgebirge mit, ergänzt durch Nachweise aus dem tschechischen Teil des Erzgebirges (Krušné hory), dem Duppauer Gebirge (Doupovské hory) und Böhmischen Mittelgebirge (České středohoři). Alle Nachweise ohne Angabe des Sammlers stammen vom Autor. Bei Frau Andrea Frenzel (Zschopau) sowie den Herren Erhard Krause (Elterlein), Jens Nixdorf (Scharfenstein) und Jürgen Thiele (Großrückerswalde) bedankt sich der Autor für die Mitteilung von Beobachtungen.


Nachweise von Arten der Scarabaeoidea

Wolfgang Dietrich, Annaberg-Buchholz

Im Beitrag teilt der Autor Beobachtungen von Arten der Lucanidae, Trogidae, Geotrupidae und Scarabaeidae mit. Das Erfassungsgebiet liegt im Mittleren Erzgebirge, ergänzt durch einige Nachweise aus dem Westerzgebirge, dem Vogtland, dem tschechischen Teil des Erzgebirges (Krušné hory), dem Nordböhmischen Becken und dem Duppauer Gebirge (Doupovské hory). Der Entomologe Carl Friedrich Lange (1844–1913) veröffentliche zwischen 1886 und 1909 mehrere Beiträge über die in und um Annaberg vorkommenden Käferarten, sodass zu einigen Arten Aussagen über eine längerfristige Bestandsentwicklung möglich sind. In den Arbeiten von Lange (1886, 1889, 1894, 1898, 1903 und 1909) werden 1319 Käfertaxa aufgeführt. Da diese Arbeiten wenig bekannt und schwer zugängig sind, hat der Autor in einem gesonderten Abschnitt alle von Lange angegebenen Arten der Scarabaeoidea zusammengefasst. Unter Umgebung von Annaberg versteht Lange (1886) alle Lokalitäten, die bis zu einer Stunde Fußmarsch von der Stadt Annaberg entfernt liegen.


Beitrag zur Erfassung von Pflanzen und Pilzen

Beitrag von Wolfgang Dietrich zur Erfassung von Pflanzen und Pilzen auf einigen Bergbauhalden in und bei Frohnau im Zeitraum von 2013 bis 2016

Untersucht habe ich 28 Halden aus der Zeit des Altbergbaus und der Wismutzeit und teile in diesem Bericht alle von mir erfassten Pilz- und Gehölzarten mit. Bei den übrigen Pflanzen wählte ich Arten aus, die für diese Halden typisch oder im Gebiet um Annaberg-Buchholz weniger verbreitet sind. Besonderes Augenmerk legte ich auf die Erfassung phytoparasitärer Kleinpilze. Alle Arten wurden vom Autor dieses Berichtes bestimmt. Die Benennung der Pflanzen erfolgt nach Schulz (2013) und die der Pilze nach Hardtke et al. (2015). Für die Erstellung der Landkarte bedanke ich mich bei Frau A. Blohm (Thum: Ortsteil Herold) und für die Bestimmung der beiden Laubmoosarten bei Herrn S. Biedermann (Marienberg: Ortsteil Lauterbach).


Botanische und mykologische Bestandsaufnahme

Wolfgang Dietrich, Annaberg-Buchholz

Polygala comosa gehört in Sachsen zu den seltenen Pflanzenarten. Ein Vorkommen liegt im Mittelerzgebirge bei Hammerunterwiesenthal. Im Beitrag werden Standorte von Polygala comosa bei Hammerunterwiesenthal aus pflanzensoziologischer Sicht genauer beschrieben, ergänzt durch die an den Standorten von Polygala comosa bisher beobachteten Pilze (Fungi) sowie eine Auswahl von Schmetterlingen (Lepidoptera).

Aus Sachsen sind sechs Polygala-Arten bekannt. Die Kleinart Polygala amara L. wurde letztmalig 1935 und die Kleinart Polygala amarella Crantz letzmalig zwischen 1955 und 1960 gefunden. Aktuell existieren in Sachsen Vorkommen von Polygala chamaebuxus L., Polygala comosa Schkuhr, Polygala serpyllifolia Host und Polygala vulgaris L. Polygala chamaebuxus kommt selten im Vogtland vor. Ein Vorkommen im Westerzgebirge bei Schöneck ist erloschen (Gutte et al. 2013). Im Erzgebirge gehört Polygala vulgaris zu den lokal häufigeren Arten, während es von Polygala serpyllifolia nur wenige kleine Populationen gibt. Gutte et al. (2013: 217) schreiben zur Häufigkeit von Polygala vulgaris: zersteut im Tief- und Hügelland, mäßig häufig im Bergland. Die seltenste Art im Erzgebirge ist Polygala comosa. Im „Atlas der Farn und Samenpflanzen Sachsens“ werden von Polygala comosa nur wenige sächsische Nachweise zwischen 1990 und 1999 angegeben (Hardtke & Ihl 2000: 528). Flöss ner et al. (1956) nennen Hammerunterwiesenthal als Fundort von Polygala comosa nicht. Erst 1959 wurden die Pflanzen bei Hammerunterwiesenthal von Herrn S. Fröhner als diese Art erkannt (Fröhner: Tagebuchaufzeichnung vom 07.06.1959). Zum ersten Mal hat Herr Fröhner Polygala comosa dort mit großer Wahrscheinlichkeit am 09. September 1956 gesehen (Fröhner: briefliche Mitteilung 2012). In Fröhner (1960: 160) wurde dieser Neufund publiziert. Viele bekannte Botaniker der damaligen Zeit zeigten sich überrascht, dass diese Pflanzenart im Erzgebirge in einer Höhenlage von fast 900 m ü. NN vorkommt. In Gutte et al (2013) wird der Fundort ebenfalls nicht erwähnt. Polygala comosa wächst in „Magerrasen, -weiden und Rainen auf Kalkuntergrund, im Vogtland auch auf Diabas“ (Hardtke & Ihl 2000) und wurde für Sachsen aufgrund der Seltenheit und des starken Rückganges als vom Aussterben bedroht eingestuft (Schulz 1999).


Pflanzen und Pilze am Süd- und Osthang des Pöhlberges

Wolfgang Dietrich, Annaberg-Buchholz

Der Pöhlberg ist seit über vier Jahrzehnten mein „Hausberg“ und mehr und mehr zu einem Teil meines Lebensinhaltes geworden. Verlasse ich die Wohnung, richtet sich mein Blick auf dieses Naturwunder mit seinem Artenreichtum und seiner interessanten Natur- und Kulturgeschichte, über die schon viel geschrieben wurde. W. Roch (1947) widmete dem Berg eine Festschrift zum 50-jährigen Bestehen des Pöhlbergturmes, die allerdings erst 2015 in einer gekürzten Version veröffentlicht wurde. Trotzdem lohnt es sich auch heute noch, dem Berg seine Geheimnisse zu entlocken. Aus der Ferne erscheint der Tafelberg recht klein und überschaubar. Vor Ort erst spürt man seine Mächtigkeit, seine reiche Naturausstattung, aber auch Verwundbarkeit. Zahlreiche Botaniker und Zoologen erforschten über mehrere Jahrhunderte hinweg sein Artenspektrum. Unentdecktes bleibt immer. Der vorliegende Bericht möge einige Wissenslücken schließen. Warum wählte ich für die Erfassung von Pflanzen und Pilzen dieses Waldareal aus? Im Bereich des oberen und des mittleren Rundweges ist es aufgrund der zahlreichen Basaltblöcke schwer möglich, den Wald forstwirtschaftlich zur Holzgewinnung zu nutzen. Diesem aus der Sicht des Naturschutzes glücklichem Umstand ist es zu verdanken, dass sich lokal artenreiche naturnahe Mischwald-Gesellschaften mit Ribes alpinum, Lonicera nigra, Corylus avellana, Fagus sylvatica, Acer pseudoplatanus, Sorbus aucuparia, Ulmus glabra, Fraxinus exelsior, Prunus avium und Picea abies mit einem hohen Anteil an Totholz entwickeln konnten, nachdem schon um 1600 der Pöhlberg infolge des hohen Holzbedarfes nahezu baumlos war, verewigt auf dem ältesten Bild vom Pöhlberg aus dem Jahre 1605 in der Annaberger Chronik von Paulus Jenisius (Unger & Unger 1994). In Anlehnung an die Chroniken von Jenisius und Lehmann schreibt Frisch (1897: 46): „Schon damals führten bis zum Gipfel des Berges gebahnte Wege, auf denen im Sommer das Vieh zur Weide getrieben wurde. Die obere Fläche des Berges war mit Gras und Kräutern bewachsen – der ursprüngliche Wald war also bereits abgeholzt -, während die Seiten des Berges steinig und mit Gebüsch und Sträuchern bedeckt waren.“ Nachdem ich im Sommer 2015 drei Vegetationsaufnahmen in Bereichen mit Ribes alpinum machte, beschloss ich, dieses Gebiet bezüglich des Pflanzen- und Pilzspektrums genauer zu untersuchen, deren Ergebnisse ich in diesem Bericht mitteile. Bis auf wenige Ausnahmen wurden die Pilze im Jahre 2017 erfasst.


Tagfalterbeobachtungen in den Krušné hory (Erzgebirge)

Wolfgang Dietrich, Annaberg-Buchholz

Der Autor teilt Tagfalterbeobachtungen vom tschechischen Teil des Erzgebirges aus den Jahren 2002 bis 2011 mit. Der größte Teil der Beobachtungen entfällt auf die Jahre 2008 bis 2010. Die Beobachtungsgebiete liegen in Höhenlagen zwischen knapp 400 m und 1244 m NN. Die meisten Exkursionen unternahm der Autor im mittleren Teil der Krušné hory zwischen den Gebieten um Boží Dar im Westen und Krásná Lípa im Osten. Da aus den Krušné hory meines Wissens keine aktuellen Angaben über das Vorkommen von Tagfaltern publiziert worden sind und aus der Grenzregion ohnehin wenige Beobachtungen vorliegen, werden auch die häufigeren Arten mit einbezogen. Die Gebiets- und Habitatsangaben sowie bisher ermittelten Flugzeiten werden durch die vom Autor beobachteten Nektarpflanzen ergänzt. Es sind nur die Nektarsaugpflanzen aufgeführt, die im tschechischen Teil des Erzgebirges vom Verfasser beobachtet wurden. Bei ausgewählten Arten erfolgt eine Kurzdiskussion. Die Nachweisorte sind nach den Nummern der Messtischblätter (Grundfelder) geordnet. Der Beitrag kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit der im Gebiet vorkommenden Arten und deren Verbreitung erheben. Es wurden nur die Arten einbezogen, die der Autor während seiner Exkursionen beobachtet hat, ergänzt durch einige Beobachtungen anderer Naturfreunde. Die Flugaktivität der Tagfalter hängt im großen Maße von der Temperatur, dem Bewölkungsgrad und der Windstärke ab. Selten hat man besonders im Gebirge das Glück ideale Bedingungen für den Tagfalterflug vorzufinden, so dass vermutlich einzelne Arten nicht beobachtet werden konnten, obwohl sie möglicherweise vorkommen. So können mit Sicherheit weitere Arten entdeckt werden, wenn nur danach mit Geduld geschaut wird.

Dieser Bericht soll lediglich ein Anfang zur Erforschung der aktuellen Tagfalterfauna in den Krušné hory sein und nach Möglichkeit Fortsetzung finden. Auch die Angaben zur Flugzeit und vertikalen Verbreitung beziehen sich auf die vom Autor bisher ermittelten Daten. Adolf Binder (1876-1935) fasste 1925-1926 seine Schmetterlingsbeobachtungen in Böhmen handschriftlich zusammen. Dieses wertvolle Manuskript wurde 1994 von Dr. Ulf Eitschberger in der Zeitschrift „Neue Entomologische Nachrichten aus dem Entomologischen Museum Dr. Ulf Eitschberger“ publiziert. Von 1909 bis 1920 hielt sich A. Binder in Warta-Krondorf, heute Stráž n. Ohří, auf und sammelte in dieser Zeit auch in den Krušné hory bis in die Gebiete um Boží Dar und Kovářská Schmetterlinge (Binder 1994). Ich zitiere in meiner Arbeit folgende bei Binder (1994) für die Krušné hory und das angrenzende Tal der Ohře aufgeführten Sammelorte: Platten (Horní Blatná), Joachimstal (Jáchymov), Holzbach-Lehen (Léno), Hüttmesgrün bei 800 m NN (Vrch), Boxgrün (Srní), Schönwald (Krásný Les),

Hauenstein (Horní Hrad), Gesmesgrün bei 557 m (Osvinov), Himmelstein (Himlštejn), Kleingrün (Malý Hrzín), Görkau (Jirkov), Grundtal bei Komotau (Bezručovo údolí bei Chomutov), Graupen (Krupka), Ossek (Osek), Oberleutensdorf (Litvínov), Eisenberg (Jezeří), Perstein (Perštejn), Klösterle (Klášterec n. Ohří), Permesgrün (Květnová), Wotsch (Boč), Wickwitz (Vojkovice), Damitz (Damice), Welchau (Velichov) sowie Tunkau (Tunkov). Der letztgenannte Ort liegt in den Doupovské hory. Im vorliegenden Bericht habe ich bei einigen Arten Angaben von Binder (1994) zum Vergleich herangezogen. In Krásný Les, Srní, Malý Hrzín, Osvinov, am Nordrand von Klášterec n. Ohří, in Damice, Jáchymov, bei Horní Blatná und im Bezručovo údolí hat der Autor ebenfalls Tagfalter beobachtet.

Beobachtungen von Wanderfaltern aus dem Jahre 2010 sind in den Wanderfalterbericht von Hensl e (2011) eingeflossen. Es betrifft die Arten Papilio machaon, Aporia crataegi, Pieris brassicae, Pieris rapae, Pieris napi, Colias hyale, Colias crocea, Gonepteryx rhamni, Vanessa atalanta, Vanessa (Cynthia) cardui, Inachis io, Aglais urticae, Polygonia c-album, Nymphalis antiopa, Issoria lathonia, Lycaena phlaeas und Polyommatus amandus (Plebicula amanda). Die Benennung und Reihenfolge der Tagfalterarten richtet sich nach Beneš et al. (2002), die der Nektarpflanzen nach Hardtke & Ihl (2000) sowie Jäger et al. (2008).


kompletter Bericht als Download

Die Hochfläche südlich von Satzung

Wolfgang Dietrich, Annaberg-Buchholz

Die Hochfläche südlich von Satzung – ein für den Naturschutz bedeutsames Gebiet in der Kammregion des Erzgebirges aus der Sicht der Artenvielfalt

Auf der Hochfläche südlich der Ortschaft Satzung liegt das knapp 84 Hektar große Naturschutzgebiet (NSG) „Schwarze Heide – Kriegswiese“, welches aus zwei Teilflächen besteht. Im Jahre 1961 wurden die „Kriegswiese“ und 1967 die „Schwarze Heide“ als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Es ist geplant, die beiden noch heute territorial getrennten Schutzgebiete zu vereinen und auf ca. 283 Hektar zu erweitern. Die naturschutzfachliche Würdigung des geplanten erweiterten Naturschutzgebietes wurde im November 2012 an die untere Naturschutzbehörde des Erzgebirgskreises übergeben (IGC 2012).

Im Jahre 2009 erschien das Buch „Naturschutzgebiete in Sachsen“. In diesem Buch wird der Gebietszustand des NSGs „Schwarze Heide – Kriegswiese“ als kritisch bewertet. Als Vorgabe für die Bearbeiter der einzelnen Naturschutzgebiete sollte der Gebietszustand mit sehr gut, gut, befriedigend bzw. unbefriedigend eingeschätzt werden. Warum dies beim NSG „Schwarze Heide –Kriegswiese“ abweichend erfolgte, entzieht sich meiner Kenntnis. Als Ursachen für den „kritischen“ Zustand werden Folgeschäden von Entwässerung, Torfabbau und Rauchschäden in den 1980er Jahren genannt (SMUL 2009). Die Hochfläche südlich von Satzung habe ich in den Jahren 2008 bis 2015 mehrfach aufgesucht. Aus einer Vielzahl der Beobachtungen wurden Arten der Roten Listen Sachsens sowie im Erzgebirge lokal verbreitete und für die Kammregion typische Arten ausgewählt, u. a. Schmetterlinge (Lepidoptera), Käfer

(Coleoptera), Gallmücken (Cecidomyiidae) und Pilze (Fungi). Mit diesem Beitrag beabsichtige ich durch eigene Beobachtungen aufzuzeigen, dass sowohl das aktuelle Naturschutzgebiet als auch die angrenzenden Areale in den Grenzen der geplanten Erweiterung einen hohen Artenreichtum aufweisen. Ich beziehe bewusst auch Artengruppen wie z. B. Blattkäfer, Rüsselkäfer, Gallmücken und Pilze mit ein, da sie bei naturschutzfachlichen Bewertungen nicht oder seltener herangezogen werden. Alle im Beitrag aufgeführten Arten wurden ausschließlich tagsüber beobachtet. Mit „im Gebiet“ ist in diesem Bericht stets das Territorium des geplanten erweiterten NSGs gemeint.


Beitrag zur Kenntnis von Insekten und tierischen Gallen

Wolfgang Dietrich, Annaberg-Buchholz

Der Klínovec ist mit 1244 m NN die höchste Erhebung in den Krušné hory. Am Südhang befinden sich zwei abgelegene Quellmoore: Špitlova louka und Klínovecká louka. Schreiber (1923) erwähnt diese zwei Moorgebiete in seiner Arbeit: J 21 Spittelwiese, 1100 m NN, 5 ha Nutzung als Streuwiese, randlich Wald und J 22, Woblgesär, 1150 m NN, 3 ha landwirtschaftlich genutzt, 2,5 ha Wald, kleiner Torfstich, Moortiefe bis 1,5 m. Auf Anregung von Herrn Č. Ondráček (Museum Chomutov) erfasste der Autor in den Jahren 2014 und 2015 dort vorkommende Schmetterlinge, Käfer, tierische Gallen sowie einige weitere Insekten diverser Gruppen. In diesem Bericht werden auch die Arten mit aufgeführt, die auf dem Weg zu den beiden Moorgebieten beobachtet wurden. Über die nachgewiesenen Pilzarten wird in einem separaten Beitrag berichtet.


Nachweise von Arten der Scarabaeoidea

Wolfgang Dietrich, Annaberg-Buchholz

Zusammenfassung

Im Beitrag wird über Nachweise von 2 Arten der Lucanidae, 1 Art der Trogidae, 2 Arten der Geotrupidae und 20 Artender Scarabaeidae berichtet. Der Erfassungszeitraum erstreckt sich von 2003 bis 2013. Nachdem Oxythyrea funesta (Poda von Neuhaus, 1761) erstmalig im Jahre 2010 im Mittleren Erzgebirge beobachtet wurde, hat sich die Art hier inzwischen zu einem festen Bestandteil der heimischen Käferfauna entwickelt und zeigt Ausbreitungstendenzen in Richtung Westerzgebirge. Aphodius haemorrhoidalis (Linnaeus, 1758) ist neu für das Erzgebirge. Für Protaetia metallica metallica (Herbst, 1782) und Trichius fasciatus (Linnaeus, 1758) werden neue Fundorte mitgeteilt. Der im Gebiet seltene Gnorimus nobilis (Linnaeus, 1758) kommt in der Region um Wolkenstein auch aktuell noch vor. Trox scaber (Linnaeus, 1767) wurde in der montanen Stufe des Erzgebirges zum zweiten Mal nachgewiesen. Für die folgenden Arten teilt der Autor Nahrungspflanzen der Imagines mit: Phyllopertha horticola (Linnaeus, 1758), Protaetia metallica metallica (Herbst, 1782), Cetonia aurata aurata (Linnaeus, 1761), Oxythyrea funesta (Poda von Neuhaus, 1761) und Trichius fasciatus (Linnaeus, 1758). Folgende Arten waren schon vor 130 bis 100 Jahren im Gebiet um Annaberg nicht selten: Anoplotrupes stercorosus (Scriba, 1791), Aphodius prodromus (Brahm, 1790), Serica brunnea (Linnaeus, 1758) und Phyllopertha horticola (Linnaeus, 1758). Die früher häufige Mistkäferart Geotrupes stercorarius (Linnaeus, 1758) ist heute selten und Melolontha melolontha (Linnaeus, 1758) wurde schon vor über 100 Jahren in der Region um Annaberg nur selten beobachtet und auch Hoplia philanthus philanthus (Fuessly, 1775) gehört im Mittelerzgebirge zu den seltenen Arten. Sinodendron cylindricum (Linnaeus, 1758) kommt aktuell zerstreut besonders in Altbuchenbeständen vor.

Einleitung

Im Beitrag teilt der Autor Beobachtungen von Arten der Lucanidae, Trogidae, Geotrupidae und Scarabaeidae mit. Das Erfassungsgebiet liegt im Mittleren Erzgebirge, ergänzt durch einige Nachweise aus dem Westerzgebirge, dem Vogtland, dem tschechischen Teil des Erzgebirges (Krušné hory), dem Nordböhmischen Becken und dem Duppauer Gebirge (Doupovské hory). Der Entomologe Carl Friedrich Lange (1844–1913) veröffentliche zwischen 1886 und 1909 mehrere Beiträge über die in und um Annaberg vorkommenden Käferarten, sodass zu einigen Arten Aussagen über eine längerfristige Bestandsentwicklung möglich sind. In den Arbeiten von Lange (1886, 1889, 1894, 1898, 1903 und 1909) werden 1319 Käfertaxa aufgeführt. Da diese Arbeiten wenig bekannt und schwer zugängig sind, hat der Autor in einem gesonderten Abschnitt alle von Lange angegebenen Arten der Scarabaeoidea zusammengefasst. Unter Umgebung von Annaberg versteht Lange (1886) alle Lokalitäten, die bis zu einer Stunde Fußmarsch von der Stadt Annaberg entfernt liegen.


Nachweise von Biscogniauxia repanda

Wolfgang Dietrich


Beobachtung einiger Tagfalterarten im Mittelerzgebirge 2013

Wolfgang Dietrich

In diesem Kurzbericht teile ich einige Beobachtungen von Tagfaltern aus Annaberg-Buchholz und Umgebung aus dem Jahr 2013 mit. Wer hätte gedacht, dass nach dem nassen und kalten Frühjahr und Frühsommer in den Sommermonaten Arten wie der Mauerfuchs (Lasiommata megera), die Goldene Acht (Colias hyale), der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas) und der Gemeine Bläuling (Polyommatus icarus) so zahlreich fliegen, wie ich es hier in den letzten 10 Jahren noch nie beobachten konnte.

Im Mittleren Erzgebirge erfasste ich im Jahre 2013 insgesamt 48 Tagfalterarten. In meinem Transekt des Tagfaltermonitorings am Pöhlberg konnte ich von April bis September bei 20 Begehungen 32 Tagfalterarten nachweisen. Die meisten Beobachtungen betreffen die folgenden Arten: Schornsteinfeger (Aphantopus hyperantus 105), Großes Ochsenauge (Maniola jurtina 70), Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus 46), Grünader-Weißling (Pieris napi 43) und Mauerfuchs (Lasiommata megera 34). Dagegen beobachtete ich in diesem Transekt so scheinbar häufige Arten wie den Kleinen Fuchs (Aglais urticae 17) und das Tagpfauenauge (Inachis io 11) wesentlich seltener. In Klammern steht jeweils die Zahl der Beobachtungen im Transekt für das gesamte Jahr.


kompletter Bericht als Download

Von links nach rechts:

Von links nach rechts:

Landkärtchen (Araschnia levana) 2.Gen. Kleiner Fuchs (Nymphalis urticae) Tagpfauenauge (Nymphalis io)

Von links nach rechts:

Von links nach rechts:

Großer Perlmutterfalter (Argynnis aglaja) Kaisermantel (Argynnis paphia)


Andere Arten wie bspw. das Tagpfauenauge (Nymphalis io) sind im gesamten Transektgebiet und überall im Offenland, Wohngebieten oder Gärten zu finden und besitzen ein außerordentlich breit gefächertes Nahrungsspektrum. Auch der Schornsteinfeger (Aphantopus hyperanthus), wie die Grafik zeigt, besiedelt ein breites Spektrum verschiedenster Biotope. Es handelt sich um eine mesophile Art des Offenlandes. Die Lebensraumausstattung und die Pflanzengemeinschaft sind also wichtige Komponenten im Schmetterlingsleben. Beim Betrachten der Transekttabelle stellt man schnell fest, dass sich der Schornsteinfeger in den zurückliegenden Untersuchungsjahren mit den häufigsten Individuenzahlen zeigt. Es handelt sich hier um eine Art die auch mit mäßigen Windverhältnissen gut zu Recht kommt. Obwohl der Schornsteinfeger nur eine sehr kurze Flugzeit in der Regel von Juli bis August besitzt, hat diese Art bedeutend mehr Nachweise im Transekt als bspw. das fast ganzjährig fliegende Tagpfauenauge.
Eine weitere Besonderheit ist das Auftreten vom Weißbindigen Mohrenfalter, (Erebia ligea) auch im Volksmund "Milchfleck" genannt. Der Milchfleck befindet sich auf der Hinterflügel-Unterseite und ist ein sehr deutliches Merkmal des Weißbindigen Mohrenfalters. Wer den Erfassungszeitraum genau betrachtet wird feststellen, dass der Weißbindige Mohrenfalter (Erebia ligea), wie in der Literatur beschrieben, tatsächlich nur in den ungeraden Jahren, beobachtet und erfasst werden konnte.

Literatur
Thomas Ruckstuhl (1994):
Schmetterlinge und Raupen - Bestimmen Kennenlernen Schützen

Hans-Josef Weidemann (1988):
Tagfalter, Band 2
Biologie Ökologie Biotopschutz

Josef Settele, Roland Steiner, Rolf Reinhardt, Reinnart Feldmann (2005):
Schmetterlinge Die Tagfalter Deutschlands

Günter ebert (1991):
Die Schmetterlinge Baden-Württembergs, Band 2, Tagfalter II

Erläuterung
NSG Naturschutzgebiet
FFH Fauna-Flora-Habitat
Transekt Erfassungsstrecke von Meß- bzw. Beobachtungspunkten
LRT Lebensraumtyp
Monitoring systematische Erfassung, Beobachtung, Bestandsaufnahme oder Überwachung von Arten Jürgen Teucher

Das Gesamtergebnis des Transekts von 2005 bis 2008 in Tabellenform kann hier als pdf-Datei angezeigt werden.
Der Bericht zur Tagfalterbeobachtung im Rauschenbachtal liegt ebenfalls als pdf-Datei hier vor.

Vier Jahre Schmetterlingsmonitoring auf dem Pöhlberg

Vier Jahre Schmetterlingsmonitoring auf dem Pöhlberg von Wolfgang Dietrich

von Wolfgang Dietrich

Seit 2006 beteilige ich mich ehrenamtlich am Tagfalter-Monitoring in Deutschland. Die Untersuchungseinheiten, die einen Korridor von 50 m Länge, sowie je 5 m Breite und Höhe aufweisen sollen, werden als Abschnitte bezeichnet. Die Zahl dieser Abschnitte kann sich jeder Teilnehmer am Monitoring selbst aussuchen. Für das Bestimmen und Zählen von Tagfaltern in einem Abschnitt sind ca. 5 Minuten vorgesehen. Die Gesamtheit der Abschnitte bildet eine Transektstrecke. Da man auch andere Schmetterlingsarten zählen und melden kann, habe ich für die Überschrift den Begriff Schmetterlings-Monitoring ausgewählt. Von April bis September sollte pro Woche jeweils zwischen 10 und 17 Uhr ein Monitoring stattfinden. Bei entsprechend günstiger Wetterlage kann man schon im März beginnen bzw. auch den Oktober noch nutzen. Da mein Transekt über 700 m NN liegt, konnte ich bisher witterungsbedingt mit dem Monitoring frühestens Anfang April beginnen. Im Jahre 2008 zeigte sich das Wetter im Oktober zeitweise noch sonnig und warm, so dass ich bis Ende des Monats Monitoring durchführen konnte. Ideal sind Sonnenschein und Windstille. Aber auch bei bewölktem Wetter kann gezählt werden, wenn die Temperatur mindestens 14 Grad Celsius beträgt und der Wind nicht zu stark weht. Neun meiner 12 Monitoring-Abschnitte befinden sich am Rand des Flächennaturdenkmals "Pöhlbergalm", die restlichen drei am Rande einer mageren Rinderweide, auf verbuschtem mageren Grünland und in einem stellenweise lichten Buchen-Fichten-Bestand. Die Zählergebnisse werden ergänzt durch Angaben wie Datum, Uhrzeit, Bewölkung (%), Wind und Temperatur und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle/Saale zur Auswertung übermittelt. So beteiligten sich 2008 in Deutschland 295 Zähler. In den 339 Transekten mit insgesamt 2926 Abschnitten wurden im Jahre 2008 insgesamt 154438 Beobachtungen von Tagfaltern gezählt (Kühn et al. 2009). Mit diesen vielen Daten lassen sich über einen längeren Zeitraum wichtige Kenntnisse gewinnen, so über Populationsschwankungen, Zusammenhänge zwischen Witterung und Flugzeiten, Veränderungen des Artenspektrums, Klimaschwankungen, falsche Bewirtschaftung geschützter Biotope usw.
Im Gebiet um Annaberg-Buchholz gibt es noch einen weiteren Monitoring-Teilnehmer. Herr Jürgen Teucher aus Arnsfeld hat seine Transektstrecke bei Arnsfeld im Rauschenbachtal. Über seine Ergebnisse hat er in der Zeitschrift des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz berichtet (Teucher 2009).
Im Folgenden stelle ich einen Teil meiner Ergebnisse vor. Bisher registrierte ich von 2006 2009 vierzig Tagfalterarten sowie 47 Arten aus anderen Schmetterlingsgruppen, u. a. 22 Spanner-, 9 Eulen- und vier Widderchen-Arten. Dabei wurden nur die Schmetterlinge einbezogen, die sich während der ca. 5 minütigen Begehung in dem entsprechenden Transekt-Abschnitt aufhielten. Individuen, die zur gleichen Zeit außerhalb dieses Korridors beobachtet worden sind, wurden in diese Erfassung nicht mit einbezogen. Schwerpunkt des Monitorings liegt auf der qualitativen und quantitativen Erfassung der Tagfalterarten. Insgesamt zählte ich in den vier Jahren 2278 Beobachtungen von Tagfaltern:

2006: 834 Beobachtungen, durchschnittlich 32 pro Begehung,
2007: 511 Beobachtungen, durchschnittlich 22 pro Begehung,
2008: 409 Beobachtungen, durchschnittlich 17 pro Begehung und
2009: 524 Beobachtungen, durchschnittlich 23 pro Begehung.

Die Zahl pro Begehung ist aussagekräftiger, weil die Anzahl der Begehungen nicht in jedem Jahr gleich war. Sie lag zwischen 23 und 26.
Am häufigsten zählte ich den Schornsteinfeger (Aphanotpus hyperantus) mit 308 Beobachtungen, den Hecken-Weißling sowie Kleinen Kohlweißling (Pieris napi/rapae) mit 501 Beobachtungen und den Kleinen Fuchs (Aglais urticae) mit 156 Beobachtungen. Die beiden Weißlings-Arten Pieris napi und Pieris rapae lassen sich in der Natur beim Fliegen und aus zu großer Entfernung nicht immer eindeutig auseinander halten. Deshalb habe ich hier beide Arten zahlenmäßig zusammengefasst. Nach den bisherigen Zahlen ist das quantitative Verhältnis von Pieris rapae zu Pieris napi 3 zu 2. Die Häufigkeit der meisten Arten schwankt von Jahr zu Jahr. Dies wird in der folgenden Tabelle an sieben ausgewählten Arten verdeutlicht. Die Zahlen in der Tabelle beziehen sich auf Beobachtungen der betreffenden Arten. Diese Zahl muss nicht mit der Zahl der beobachteten Individuen übereinstimmen. Ein und dasselbe Individuum kann bei einer Begehung in mehr als einem Abschnitt erfasst werden oder bei einer der folgender Begehungen erneut gezählt werden. Je größer die Individuendichte einer Art in einem Biotop ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit in der relativ kurzen Erfassungszeit beim Monitoring dieser Art im Transektabschnitt zu begegnen.

Wolfgang Dietrich

Gedanken zur Pilzausstellung anlässlich des Sauwaldfestes 2009

Gedanken zur Pilzausstellung anlässlich des Sauwaldfestes 2009 von Wolfgang Dietrich

von Wolfgang Dietrich

Wir danken Wolfgang Dietrich für die Bereitstellung der Informationen, sein langjähriges Naturschutzengagement und die freundschaftliche Zusammenarbeit mit unserer Einrichtung.

Am 21. Juni 2009 fand auf dem Gelände des Naturschutzzentrums Erzgebirge fast schon traditionsgemäß eine Pilzausstellung statt. Der Termin war für unsere Gebirgslage zeitig. Glücklicherweise zeigte sich "Petrus" im Vorfeld recht gnädig, so dass wir mit vereinten Kräften mindestens 75 Pilzarten auslegen konnten. Wir, das sind die beiden Ausstellungsleiter und Pilzberater Erhard Krause aus Elterlein und Wolfgang Dietrich aus Annaberg-Buchholz, unterstützt durch fleißige Helfer wie den beiden Pilzberatern F. Endt aus Scheibenberg und H. Bley aus Crottendorf sowie Herrn M. Mischau aus Grumbach und Familie Georgi aus Schlettau. All diesen Pilzfreunden sei an dieser Stelle herzlichst für die Unterstützung gedankt.
Das Interesse zahlreicher Erzgebirger an der Pilzkunde ist nach wie vor groß. Die Tische mit den ausgestellten Pilzen waren zeitweise dicht umlagert. Die Zahl der Besucher schätzten wir auf ca. 1000. Da das Sauwaldfest diesmal im Frühsommer stattfand, war es uns möglich den Braunen Fliegenpilz (Amanita regalis) in zahlreichen Exemplaren unterschiedlicher Entwicklungsstadien zu zeigen. Eigentümlicherweise ist dieser Giftpilz einigen Pilzsammlern nicht bekannt, so dass fast jährlich Vergiftungen auftreten. Im Sommer 2009 gab es mindestens drei Vergiftungsfälle mit 8 vergifteten Personen. Alle mussten im Krankenhaus stationär behandelt werden. Der Braune Fliegenpilz hat bis auf die braune Hutfarbe die gleichen Merkmale wie der Rote Fliegenpilz (Amanita muscaria). Wer die typischen Merkmale des Braunen Fliegenpilzes wie den deutlich geriefte Hutrand, die ungeriefte Manschette, die Flockengürtel an der Stielbasis und das "Nichtröten" des Fleisches nicht kennt und beachtet, kann ihn durchaus mit dem Grauen Wulstling (Amanita excelsa) oder Perlpilz (Amanita rubescens) verwechseln. Bei günstiger Witterung erscheint der Braune Fliegenpilz durchschnittlich früher als der Rote Fliegenpilz. In den Monaten Juni bis August kann er als Massenpilz in unseren Fichtenwäldern auftreten. Häufig wächst er auch auf von Fichtenbeständen begrenzten Bergwiesen. Der Rote Fliegenpilz tritt bei uns im Gebirge meist erst ab September als Massenpilz in Erscheinung. Im Herbst habe ich den Braunen Fliegenpilz bisher immer in wesentlicher geringer Stückzahl beobachtet.
Zu den schmackhaften Speisepilzen, die in der Ausstellung zu sehen waren, gehören u. a.: Perlpilz (Amanita rubescens), Verfärbender Scheidenstreifling (Amanita umbrinolutea), Fleischroter Speise-Täubling (Russula vesca), Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis), Marone (Xerocomus badius), Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus), Rotfuß-Röhrling (Xerocomus chrysenteron), Steinpilz (Boletus edulis), Sandpilz (Suillus variegatus), Birkenpilze (Leccinum scabrum und Leccinum oxydabile) sowie Flockenstieliger Hexenpilz (Boletus erythropus).
Herr Endt aus Crottendorf brachte uns in seinem gut gefüllten großen Pilzkorb einen für unsere Region seltenen Pilz mit, den stark giftigen Ziegelroten Risspilz (Inocybe patouillardii). Diese Art liebt kalkhaltige Böden. In unserer Umgebung sind die Böden in der Regel kalkfrei. In Ortschaften gibt es aber nicht selten Stellen mit kalkhaltigem Schutt oder Mauern, die mit Kalkmörtel verfugt wurden. Stehen in der Nähe Laubbäume, z. B. Buchen und Linden, kann die Art, wenn auch selten, durchaus im Erzgebirge Fruchtkörper bilden. Herr Langer aus Annaberg-Buchholz bereicherte die Pilzausstellung durch einen "Exoten", den Ansehnlichen Samthäubchen (Conocybe intrusa). Dieser recht große, ungenießbare Pilz, der aus den Subtropen nach Europa eingeschleppt wurde, wuchs in seinem Garten.
Von den zahlreichen bisher noch nicht erwähnten zur Ausstellung ausgelegten Pilzen seien an dieser Stelle noch einige Arten genannt: Gold-Röhrling (Suillus grevillei), Pfefferröhrling (Boletus piperatus), Mohrenkopf (Lactarius lignyotus), Apfel-Täubling (Russula paludosa), Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare), Keulenfuß-Trichterling (Clitocybe clavipes), Nelken-Schwindling (Marasmius oreades), Stachelige Hirschtrüffel (Elaphomyces muricatus), Schopftintling (Coprinus comatus), Flaschenbovist (Lycoperdon perlatum), Beutel-Stäubling (Calvatia exipuliformis) usw.
Im Jahre 2010 findet kein Sauwaldfest statt. Dafür ist eine Pilzausstellung in Arnsfeld im Gelände des Naturfreundehauses im Rahmen "625 Jahre Ersterwähnung von Arnsfeld" am 7. August geplant. Alle mykologisch Interessierten sind dazu herzlich eingeladen. Wir würden uns wieder freuen, wenn Besucher Pilze zur Ausstellung beisteuern.

Wolfgang Dietrich

Der komplette Naturschutzreport zu den Themen "Mykologie" und "Tagfalter-Monitoring" steht auch als Download hier zur Verfügung.



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